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Die Anamnese – ein unterschätztes Diagnostik-Tool
Teil 1: Geschichte, Entwicklung und heutiger Stellenwert

Die Anamnese – ein unterschätztes Diagnostik-Tool

Das Gespräch mit dem Patienten, also der direkte Dialog mit dem durch ein gesundheitliches Problem betroffenen Menschen, erfüllt in der Physiotherapie wichtige Funktionen und bietet den Behandlern Nützliches auf mehreren Ebenen. Autor Kay Bartrow hat darüber ein ganzes Buch geschrieben.

Da die meisten Beschwerden unserer Patienten ein Krankheitserleben im biopsycho- sozialen Kontext darstellen, gilt es, diese Ebenen durch ein zielführendes Gespräch zu evaluieren und somit eine Hierarchie der am individuellen Gesundheitsproblem beteiligten Ebenen und Faktoren zu erstellen. So entsteht ein ganzheitliches Patientenmanagement, das möglichst viele Kontextfaktoren vereint und die erforderliche Therapie (Aktivität, Maßnahmen, Techniken und Edukation) maßgeblich leitet und strukturiert.

Die Entwicklung der medizinisch- therapeutischen Anamnese – ein historischer Rückblick

Der Begriff „Anamnese“ leitet sich ursprünglich aus dem Griechischen ab und bedeutet so viel wie „Erinnerung“. Der Patient soll sich dabei an die Entstehung, die Ursachen und die Entwicklung seiner gesundheitlichen Beschwerden erinnern. Dadurch lässt er die Therapeuten einen Blick hinter die Kulissen werfen und ermöglicht uns die Beurteilung seiner Krankengeschichte in Bezug auf Ur - sachen, Entwicklungen, beitragenden oder unterhaltenden Faktoren. Im Gespräch werden die wichtigsten Informationen aus der Patientengeschichte gezielt aufgenommen und vor allem schriftlich dokumentiert.

In der Geschichte der medizinischen Entwicklung wurde dem Patientengespräch nicht immer diese Aufmerksamkeit zuteil. In der Heilkunst der hellenistischen Antike wurde der Patient nicht direkt befragt. Vielmehr richteten die Ärzte ihre Fragen nach dem Befinden und den Störungen an die Angehörigen des zu Behandelnden. Auf dieser Grundlage, die heutzutage eher als Blickdiagnose bezeichnet wird, wurde eine Prognose über den Zustand und die möglichen Entwicklungen des Patienten abgegeben. Sie bestand häufig nur aus der Alternative: „Tod oder Leben“. Heute werden Prognosen und Diagnosen glücklicherweise um einiges differenzierter formuliert.

Das prognostische Vorgehen zur medizinischen Versorgung wurde erstmals ausführlich in den Schriften des Hippokrates (um 400 v. Chr.) beschrieben. Die Prognose beschränkte sich nicht nur auf die zukünftige Krankheitsentwicklung, wie es der heutige Begriff vorgibt, vielmehr beinhaltete sie in der Antike auch eine rückblickende Bewertung über die Entwicklung und Entstehung der Krankheit – meist standen hier Faktoren der Lebensführung und Charaktereigenschaften des Patienten im Vordergrund. Zudem wurden der aktuelle Zustand und die Beeinträchtigungen des Kranken berücksichtigt. Allerdings wurde die „Prognose“ damals vom Arzt bereits gestellt, bevor der Kontakt mit dem Patienten selbst aufgenommen wurde. Dazu wurden die Personen des näheren Umfeldes, also Familie oder Freunde, befragt.

Die Anamnese, in der Art wie sie heute annähernd verstanden und eingesetzt wird, wurde erstmals in der Antike von Rufus von Ephesos formuliert und als probates Mittel der Informationsgewinnung am Patienten vorgestellt. Rufus von Ephesos lebte gegen Ende des 1. Jahrhunderts und vertrat als einer der ersten Mediziner die Meinung, man müsse den Kranken direkt befragen. Damals eine Revolution!

Die Entwicklung der Patientenbefragung vollzog sich in den Jahrhunderten danach von einer auf einer Blickdiagnose basierenden, eher schwammig gestellten Prognose über die wissenschaftliche Integration klinischer Untersuchungsmethoden zur gezielten und strukturierten Befragung, wie sie in der heutigen Medizin standardisiert eingesetzt wird.



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